Samstag, 26. August 2006

Heute

Heute haben wir mal wieder die Ruhe unserer Liegestühle genossen. Passiert ist überhaupt nichts...

Das Meer war absolut ruhig und ich bin häufig im Wasser gewesen, wähnd Nina in ihre Lektüre vertieft war.

Am Morgen gabs jedoch noch was zum Lachen. Eine junge Dame direkt neben uns hielt sich wohl für die Reinkarnation eines lebendig gewordenen Mähdreschers und hat dementsprechend am Buffet so kräftig zugeschlagen dass einem schon nur vom Anblick beinahe schlecht wurde. Auf ihrem Tisch stapelten sich Brötchen, Fleisch, Käse und Schinkengipfel in rauhen Mengen. Hätte das Fräulein die Figur eines gestrandeten Wals gehabt so wäre das Verständnis sicher grösser gewesen als bei diesem hageren Persönchen. Die Augen aller anwesenden Gäste waren gebannt auf sie gerichtet und jeder schien nur darauf zu warten dass etwas wirklich schreckliches passieren würde. Ich nahm an, dass sie sich plötzlich mit wildem Geschrei wie eine Furie über ihre Beute hermachen würde. Irgendwie schien sie zu glauben dass niemand ihr Treiben bemerkte. Sogar das Personal lief inzwischen mit breitem Grinsen immer wieder in Richtung ihres Tisches um den Moment der Tat nicht zu versäumen. Sie jedoch starrte immer nur stur
geradeaus und nippte hin und wieder an ihrem Kaffee, während sie mit einem Messer bewaffnet weitere Brötchen strich.

Hatte die Sonne ihr Gehirn versengt? War der Ouzo zu stark gewesen? Hatte sie vielleicht eine Taucherkrankheit? Entwicklungshilfe in Ehren, aber das ging entschieden zu weit. Wir schämten uns einmal mehr für das Verhalten gewisser Touristen und zogen es nach ca. 1 Stunde vor, Land zu gewinnen, bevor diese Person hochging.

Fotos zu dieser unglaublichen Szene gibt es leider keine, denn ich hatte die Kamera im Zimmer liegen lassen...

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